Knieoperationen bzw. Kniegelenkersatzoperationen gibt es in Deutschland über 175.000 Mal pro Jahr, Tendenz ist stark steigend. Dabei wird der verschlissene Teil des Kniegelenkknochens durch ein Implantat auf Ober- und Unterschenkel ersetzt (Femur und Tibia). Die Belastungen, denen das künstliche Kniegelenk im Anschluß an die OP ausgesetzt ist, sind enorm, und die „Lebensdauer“ hängt im wesentlichen von der Passform des Implantates auf dem dafür extra präparierten Knochen und noch viel mehr, von der exakten Ausrichtung der einzelnen Implantatkomponenten ab. Die Anforderungen an die Präzision sind heute so hoch, dass im Operationssaal Navigationssysteme zum Einsatz kommen, die dem Arzt bei der Ausrichtung helfen. Unterschätzt wird aber oftmals die Rolle des „Werkzeugs“, was bei dieser OP zum Einsatz kommt. Bei einer sog. Knie-TEP (Total-Endo-Prothese) kommen oszillierende Sägeblätter zum Einsatz, die aus rostfreiem Chirurgiestahl hergestellt werden. Die Blätter sind ca. 100-110mm lang und 20-25mm breit, verfügen über einen speziellen Anschluß, der je nach Antriebsmaschine variiert (Hersteller solcher Maschinen sind z.B. Aesculap, Stryker, Synthes, Linvatec, Tava, DeSoutter, Madrimed). Im Normalfall unterscheiden sich die Schneiden dieser Sägeblätter kaum von denen eines schweizer Taschenmessers. Es gibt aber auch High End Ausführungen, die es dem Arzt erlauben, äußerst präzise zu Sägen und durch die sehr hohe Schärfe, den Knochen auch schnell zu durchtrennen. Denn je schneller ein Sägeschnitt durchgeführt werden kann, desto weniger reibt das Sägeblatt auf dem Knochen und desto geringer ist die Hitzeentwicklung beim Sägen. Diese Sägeblätter verfügen über eine spezielle Geometrie der Sägezähne, oder eine ausgeklügelte Oberflächenstruktur. Das alles hat zum Ziel, das OP-Ergebnis und damit den passgenauen Sitz des Kniegelenkimplantes positiv zu beeinflussen. Kostenpunkt eines solches High End Produktes für den Operationssaal ca. 50 bis 70 Euro, je nach Hersteller. Die Kosten für eine komplette Knie-Operation liegen bei ca. 7.300 Euro. Da kann der Patient doch auch verlangen, dass bei ihm ein fabrikneues Sägeblatt zum Einsatz kommt und kein wieder aufbereitetes, welches bei Tante Trude schon mal seinen Dienst geleistet hat, oder?
Beispiel: Ein Kniesägeblatt, das neue EZ Blade, von der Firma Gebr. Brasseler | KOMET MEDICAL (EZ Blade)




